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Sägemehl auf dem Küchenboden und Leimreste auf dem Wohnzimmerteppich?

Hoffentlich nicht!

 

Die Schülerinnen und Schüler des 1. Gymnasiums werken seit dem 16. März auf Distanz. Zuhause verfügen sie über unterschiedliche Raumsituationen, Werkzeuge und Materialangebote. Beim Support reicht die Liste der Hilfspersonen von Eltern über Grosseltern zu grossen oder auch kleinen Geschwistern.

 

Anstelle von drei Halbklassen entstehen plötzlich über 30 Werkprojekte. Die Vielfalt an Projektideen ist gross: Nisthilfen für Vögel konstruieren, eine Festplatte zerlegen, eine Trockenmauer aufschichten, antike Gebrauchsgegenstände restaurieren, eine Jacke stricken, ein Kleid nähen, ein Ski-Velo realisieren, an Faltkarten tüfteln, einen Pflanztisch bauen, die Pferdestalltüren reparieren, einen Laptop zerlegen, etc.

 

Die Schüler erstellen zu ihren Projekten ein digitales Arbeitsjournal, in dem sie ihre Projekte in drei Phasen planen, durchführen und auswerten. Wöchentlich schicken die Schülerinnen und Schüler einen Zwischenbericht. Darauf erhalten sie einzeln ein kurzes Feedback mit Anregungen oder einer Reflexion. Dieser Arbeitsrhythmus hat sich recht gut eingespielt. Die Feedbackverarbeitung funktioniert dagegen weniger gut.

Kontaktunterricht ist in diesem Fach effektiver, direkter und bietet gleiche Chancen für alle.

 

Was gewinnen wir mit diesem Fernunterricht im Werken?  Die Schülerinnen und Schüler lernen Eigeninitiative und Selbstwirksamkeit, zwei wichtige Kompetenzen. Vielleicht verlieren sie sich manchmal in ihren Gedanken. Auch solche Momente sind wichtig - bis sie das Werken wieder weckt.

 

 

Text: Michael Grosjean
Video: Moritz Döls, Zerlegung einer Festplatte

Foto: Lina Beeli