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Wuchtig, schrill und kraftvoll 

«Bernarda Albas Haus» von Federico Garcia Lorca an der EMS Schiers unter der Regie von Ursina Hartmann

 

Ein Stück mit Frauen, über Frauen, kein einziger Mann auf der Bühne – und das mitten im patriarchalischen Spanien der 30er-Jahre. Ja, das geht, und wie! Ursina Hartmann, die langjährige erfahrene Leiterin des Theaterensembles der EMS Schiers, hat für einmal den Spiess umgedreht: Wo sonst theaterbegeisterte Mädchen in Männerrollen schlüpfen, bleiben sie diesmal ganz unter sich. Dreh- und Angelpunkt der Story ist zwar Pepe el Romano, ein 25-jähriger Schönling auf Freiersfüssen, doch zu sehen bekommen wir den Kerl nicht.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Bernarda Alba hat eben ihren zweiten Gatten beerdigt und kehrt mit ihren fünf ledigen Töchtern nachhause zurück. Acht Jahre Trauerzeit liegen vor ihnen, acht Jahre Eingesperrtsein und Langeweile. Nur eine kann sich ein wenig freuen, Angustias, die älteste. Sie hat geerbt und damit auch einen Verehrer. Eifersüchteleien, Sticheleien, offener Streit brechen aus, denn auch den jüngeren Töchtern hat Pepe el Romano den Kopf verdreht, mehr noch: Mit Adela, der jüngsten, scheint eine handfeste Affäre im Gange zu sein. Das Ganze fliegt auf, die Mutter tobt und schiesst auf den fliehenden Verehrer. Getroffen hat sie nicht – «Frauen treffen nicht» –, doch Adela glaubt ihren Geliebten tot und erhängt sich.

 

Hier geht es zur Theaterkritik von Katharina Suter.

 

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Bildergalerie Bernarda Albas Haus